Frau mit Kind am Wassertümpel

Größe62,5 x 74,2 x 6 cm
Adolf Hölzels Gemälde »Frau mit Kind am Wassertümpel« zeigt eine spätsommerliche Szenerie: Eine Bauersfrau mit Korb nähert sich mit sanftem Schritt ihrem Kind, das in der Bildmitte an einem ruhigen Gewässer steht. Obwohl beide Figuren nur von hinten zu sehen sind, geht von ihnen eine spürbare Melancholie aus. Sie wird durch die Lichtstimmung und die Komposition der Landschaft verstärkt: Die tiefstehenden Abendsonne wirft lange Schatten über die flache Landschaft. Ohne nennenswerte Vegetation erstreckt sich diese über einen Großteil der Bildfläche und drängt die Horizontlinie an den oberen Bildrand. Allein die in impressionistischer Manier gesetzten Tupfen im Vordergrund des Bildes geben der Landschaft ihre eigentümliche, durch flirrende Lichtreflexe gegliederte Struktur.

Nach dem Studium an der Kunstakademie München und ersten Jahren als freier Maler zieht sich Adolf Hölzel 1887 in das kleine, von einem weitläufigen Hochmoor umgebene Dachau zurück. Hier entsteht auch das gezeigte Gemälde. Hölzel möchte ungestört arbeiten und ist auf der Suche nach einer eigenständigen Bildsprache. Durch die Freundschaft mit dem ebenfalls in Dachau arbeitenden Künstler Fritz von Uhde kommt Hölzel mit der deutschen Spielart des Impressionismus in Kontakt. Anders als bei dem zur gleichen Zeit in Frankreich modernen Stil ist dabei eine zurückgenommene Farbigkeit und eine materielle Schwere in der Farbstruktur typisch.
Werkdaten
Inventarnummer:
O-0482
Material / Technik:
Öl auf Leinwand
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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