Der Titel des Kunstwerks scheint überflüssig, wiederholt er doch nur, was wir sehen: den Schriftzug »Five Words and Five Colors«, aus Neonröhren geformt. Die Installation spricht für sich: Sie legt ihre Konstruktion offen und gewährt mit den Kabeln und dem Transformator Einblick in ihre Funktionsweise.
Joseph Kosuth ist ein wichtiger Vertreter der amerikanischen Konzeptkunst. Seit Mitte der 1960er-Jahre distanzieren sich Künstler:innen vom subjektiv konkret fassbaren Kunstwerk und seinen traditionellen Deutungsmodellen. Sie streben objektive Methoden an, die es ermöglichen sollen, Kunst und ihre Bedingungen zu untersuchen. Die Idee des Werks, nicht seine äußere Erscheinungsform steht im Mittelpunkt.
Bei »Five Words and Five Colors« wirft Kosuth die Frage auf, in welcher Beziehung Kunst und Sprache zueinander stehen. »Kunst ist nicht das, was wir sehen, sondern die Bedeutung, die wir ihr geben«, schreibt er. Wenn wir also nach der Bedeutung eines Kunstwerks fragen, stellen wir damit gleichzeitig die Frage nach dem, »was Kunst zu Kunst macht«. Ist es bei »Five Words and Five Colors« die Schrift, die sich selbst erklärt? Oder ist es die Idee, die das Werk zu einem Kunstwerk macht? Oder wird die Bedeutung erst durch den musealen Raum und die besondere Form der Präsentation geschaffen? Ist es vielleicht alles zusammen?
Audiobeitrag
‘Five Words And Five Colors-A Description’
‘Five Words And Five Colors-A Description’
‘Five Words And Five Colors-A Description’
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Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2896
- Material / Technik:
- Rubinrotes, violettes, grünes, gelbes und kobaltblaues Neon direkt an der Wand montiert
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart