Mit einfachen Mitteln beschwört Dietrich Fricker ein Unterwasserszenario herauf: Auf dem sandigen Meeresboden wandeln inmitten von Verpackungsmüll geisterhafte Geschöpfe. Darüber zieht ein großer Fisch seine Bahnen im grünen Wasser. Den Hintergrund bildet eine in bewusst ungelenker Handschrift niedergeschriebene, recht krude Erzählung: Sie handelt von einem leprakranken Knaben, der sich aus Verzweiflung ins Meer stürzt. Dort trifft dieser auf an einer seltsamen Krankheit leidende Wesen. Er selbst erfährt Heilung, während für die Meeresbewohner keine Rettung möglich ist. Die Geschichte endet mit den Worten: »das meer kann niemand mehr heilen, die wassergeister sind tot.« In Frickers Collage vermischen sich Mythisches und Reales. Ein märchenhaftes Szenario trifft auf Versatzstücke aus der wirklichen Welt. Das Ganze fügt sich zu einer ebenso verstörenden wie bewegenden Parabel auf die menschengemachte Umweltverschmutzung und die Vermüllung der Meere. Diese waren zu Beginn der 1990er-Jahre, der Entstehungszeit der Assemblage, längst nicht mehr zu ignorieren.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-069
- Material / Technik: Sand, Kunststoff, Aluminium, Papier und Öl auf Holz
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart, Schenkung aus dem Nachlass Dietrich Fricker
Lizenzhinweis
© Friederike Fricker / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart