Für die Umsetzung seines Gemäldes »Figurenkomposition« wählt Adolf Hölzel eine stark vereinfachte Formensprache: Die Objekte werden im Bildraum zu großen Flächenformen abstrahiert. Neben dem Verzicht auf jegliche Details geht diese flächige Darstellungsweise mit der Aufhebung der Perspektive im Bildraum einher. An ihre Stelle tritt eine Gliederung durch aneinanderstoßende Teilflächen. Hier zeigt sich Hölzels 1914 begonnene Auseinandersetzung mit dem Medium der Collage. Deren Formensprache überträgt er nun auf die Malerei: Wie lose Versatzstücke platziert er starkfarbige, von den Lokalfarben der Gegenstände losgelöste Flächenformen auf einem dunklen Untergrund aus gebrochenen Blau- und Grüntönen. Auf diese Weise entfalten die satten Orange-, Gelb, Rot- und hellen Blautöne eine Leuchtkraft, die in Verbindung mit dem transparenten Farbauftrag an lichtdurchflutete Kirchenfenster erinnert. Diese Assoziation muss wohl auch Hermann Bahlsen gehabt haben, als er Hölzel 1915 in dessen Atelier besucht. Noch im selben Jahr beauftragt Bahlsen ihn mit der Gestaltung einer dreiteilige Fenstergruppe im Sitzungssaal seiner Keksfabrik. Der in Hannover ansässige Unternehmer wird in den Folgejahren zu Hölzels wichtigstem Förderer.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2055
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart