Fernsehturm Stuttgart

Größe165,5 x 38 x 8 cm

Dieter Roth lebt eine Zeit lang in Stuttgart und hat aus dem Fernsehturm ein Schokoladenkunstwerk gemacht. Sein erklärtes Ziel ist es, Kunst und Leben zu verbinden.
Die Einweihung des Stuttgarter Fernsehturms findet am 5. Februar 1956 nach nur 20-monatiger Bauzeit statt. Anlass für seine Erbauung war die Unzufriedenheit vieler Stuttgarter:innen, im Kessel weder die Krönung von Elisabeth II. von England 1953 noch die Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz an den zahlreicher werdenden Empfangsgeräten miterleben zu können. Die von dem Architekten Fritz Leonhardt entwickelte Stahlbetonkonstruktion wird zum Vorbild von Fernsehtürmen auf der ganzen Welt.
Dieter Roth hat sich selbst nie in eine Schublade stecken lassen. Er arbeitet als Maler und Grafiker, gestaltet zahllose Bücher und verfasst Literatur. Neben Ölfarben und Buntstiften verwendet er alle Materialien, die das Leben bietet. Eines seiner bevorzugten Werkmittel ist Schokolade. Die Masse lässt sich beliebig formen. Sie besitzt die Eigenschaft, über die Zeit bei verschiedenen klimatischen Bedingungen ein Eigenleben zu führen. Schokolade schmilzt, wird spröde, verändert ihre Farbe. Fäulnis und Schimmel erweisen sich als schöpferische und eigenständige Kräfte. Schokolade steht für Roths Überzeugung, dass alles einem unendlichen Prozess von Werden und Vergehen unterliegt.

Werkdaten
Inventarnummer: V-758
Material / Technik: Schokoladenstücke und Schokoladenpapier in Holzkonstruktion hinter Plexiglas
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Dieter Roth Estate, Courtesy Hauser & Wirth / Foto: Uwe H. Seyl, Stuttgart
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