Rolf Nesch 1933–1934

Felsen

Größe51,5 x 65 cm
Abstrakte Grafik einer schneebeckten Landschaft mit Felsen.
Mit der »Schnee«-Serie fängt Rolf Nesch die Atmosphäre der unberührten Winterlandschaft Norwegens ein. Ruhe, Abgeschiedenheit und grenzenlose Weite werden spürbar. Schneebedeckte Felder, verschneite Tannen, spitze Berge und Wasserflächen erscheinen stark abstrahiert und sind dennoch eindeutig zu erkennen.
Nesch gestaltet seine Motive in reduzierten Formen, einfachen, rhythmischen Linien und mit klaren Schwarz-Weiß-Kontrasten. Die »Schnee«-Serie entsteht kurz nach seiner Auswanderung 1933 nach Norwegen; sie ist eine der eindrücklichsten Werkreihen seines grafischen Schaffens. Darin wird der prägende Eindruck sichtbar, den die tief verschneite neue Umgebung auf Nesch gemacht haben muss. Innerhalb eines halben Jahres vollendet Nesch 20 Blätter, die die winterliche Natur am Oslofjord festhalten. In seinem druckgrafischen Verfahren, dem Metalldruck, schweißt er Drähte und Metallfäden auf die Platte, die sich als Relief in das Papier drücken. So wirken vertiefte Linien wie Spuren im Schnee und erhabene Strukturen wie materielle Grenzen. Die weiß strahlenden Flächen gehen auf Neschs Verfahren der Durchätzung zurück, das er durch Zufall während eines Druckvorgangs entdeckt: Weil er eine Druckplatte im Säurebad vergisst, entstehen Löcher in ihr, sodass an dieser Stelle beim Druck keine Farbe aufgenommen wird. Stattdessen drückt sich das Papier beim Druck durch und erscheint im fertigen Motiv erhaben. Aus dem Missgeschick wird eine Methode, die Nesch zusammen mit seiner Metalldrucktechnik zu einem der wichtigsten Erneuerer der Druckgrafik des 20. Jahrhunderts macht.
Werkdaten
Inventarnummer:
V-0160
Material / Technik:
Metalldruck auf Papier
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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