Das Thema des Bildpaars »Farbakkord 8 Green« ist das Zusammenspiel von acht unterschiedlich grünen Farbtönen. Dabei gibt ein bestimmtes Grün den Hauptton an. Kausel hat es sowohl für die einfarbige Tafel als auch für die größte und zentrale Farbzone der achtteiligen Farbflächenkomposition verwendet. Den Fachnamen des Grüntons, »Green 50«, hat er in schwarzer Schrift auf der zentralen grünen Fläche vermerkt. Als einzige aller Farbflächen weist sie einen gleichmäßigen Farbauftrag auf. Alle anderen Felder sind jeweils in ihrer Struktur unterschiedlich gestaltet, etwa durch quer oder längs verlaufende Rillen oder kurze wellige Linien. Dadurch werden die Größenverhältnisse der Bildelemente zueinander ausgeglichen: Die kleineren Farbzonen können sich gegen das großflächige Grün behaupten.
Das Kunstmuseum Stuttgart besitzt drei Diptychen von Thomas P. Kausel. Jeweils eine Tafel ist einfarbig gehalten. Die andere ist mit einem geometrischen Flächengefüge in unterschiedlichen Farbtönen gestaltet. Darunter befindet sich auch der Farbton der einfarbigen Tafel. Im Zentrum der Kompositionen steht das Farbmaterial selbst. Kausel verwendet nur reine, ungemischte und besonders lichtechte Pigmente. Welch großen Stellenwert das Farbmaterial für seine Bilder hat, macht er dadurch deutlich, dass er die Namen einzelner Pigmente, die er für ein Bild verwendet, zu einem Bestandteil der Komposition macht. Auf der Bildrückseite führt er darüber hinaus sämtliche Pigmente auf, die er auf der Vorderseite eingesetzt hat. Die Codes der Farben entsprechen dem international gültigen Standardwerk »Colour Index«.
Bei der Farbwahl hält sich Kausel konsequent an die Systematik des »Color Index«. In der Anordnung der einzelnen Farbflächen geht er dagegen deutlich intuitiver vor. Er sucht nach ausgewogenen Farbklängen. Teilweise lässt er sich dabei von der sichtbaren Wirklichkeit leiten, aus der er zu Beginn seiner Schaffensphase schöpft, bevor er sich der Abstraktion zuwendet. In seiner Malerei treffen somit Wissenschaftlichkeit und freier, künstlerischer Gestaltungswille aufeinander.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2024-017a
- Material / Technik: Öl und Sand auf Baumwolle auf Holz
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Thomas P. Kausel / Foto: Kunstmuseum Stuttgart