Auf den ersten Blick könnte »Erzinsel« von Franz Sequenc auch eine Fotografie sein. Der Eindruck entsteht durch die glatte und detaillierte Oberfläche. Beim genaueren Betrachten wird jedoch deutlich, dass es sich um ein hyperrealistisches Gemälde handelt. »Erzinsel« zeigt eine Halde, auf der das metallhaltige Gestein zu großen, rostroten Hügeln aufgeschüttet liegt. Entlang des Bildrandes ist eine geteerte Straße zu erkennen, daneben weitere aufgeschüttete Berge, vielleicht Kohle. Zwischen den Hügellandschaften zieht sich ein Kanal durch das Bild. Auf einem Metallgestell schweben zwei Krane über der Szenerie. Es bleibt unklar bleibt, ob sie bemannt oder verlassen sind.
Insgesamt ist das Gemälde von surrealer Leere und Leblosigkeit bestimmt. Auch die Farbgebung des Himmels und die Lichtstimmung betonen diese Atmosphäre. Der Himmel, welcher die Bildtfläche fast perfekt mittig trennt, scheint auf den ersten Blick wolkenlos zu sein. Doch im Hintergrund steigt vor einem weiteren, höheren Hügel Dunst auf. Auch ist der Himmel so blass und farblos gehalten, dass er die tote Landschaft aus der unteren Bildhälfte aufgreift. »Erzinsel« hinterlässt beim Betrachten ein beklemmendes Gefühl und regt dazu an über die Beziehung des Menschen zur Umwelt nachzudenken. Das Gemälde kann als Aufruf verstanden werden, über die Kehrseite der industriellen Ausbeutung der Erde nachzudenken.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-1907
- Material / Technik:
- Mischtechnik auf Leinwand auf Holz
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Künstler:in und Nachfolge / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart