Der Aufbau von unterschiedlichen Gegenständen im Raum, die sich aufeinander beziehen, beginnt hier, wie stets bei Anna Oppermann, in einer Wandecke. Auf einem kleinen Tisch mit einer weißen bis zum Boden reichenden Decke werden kleine Fundstücke, Objekte, Fotografien, Zeichnungen, handschriftliche Notizen und Kommentare von Oppermann selbst und anderen sowie gedruckte Passagen aus Büchern, Zeitungen und Zeitschriften präsentiert. Jede Etappe einer Zusammenstellung ausgewählter Stücke, die sie zu einer Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema angeregt haben, hält Oppermann fotografisch fest. Dadurch gelingt es ihr, das Gegebene aus der Distanz zu betrachten und neue inhaltliche Verbindungen herzustellen. Jedes Zustandsfoto wird im Kleinformat oder im Großformat an der Wand wiederum zum Impulsgeber für eine neue Zusammenstellung und damit einen neuen Baustein der Präsentation. Diese Etappenarbeiten, die Oppermann als im Raum ausgebreitete Bild- und Denkprozesse versteht, können sich über mehrere Jahre erstrecken und mitunter zu raumfüllenden Werken anwachsen.
Diese Methode, sich künstlerisch einem Thema zu stellen, war in den 1970er-Jahren eine Neuheit in der bildenden Kunst. Sie war für die weitere Entwicklung des sogenannten Environments, das heißt der künstlerischen Gestaltung eines Raums mit Alltagsobjekten, von zentraler Bedeutung.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2022-013
- Material / Technik:
- 11 Fotoleinwände, koloriert, 16 Objekte, 107 Fotos, 77 Zeichnungen, 40 Textabschnitte
- Creditline:
- Schenkung Alison und Peter W. Klein, Eberdingen-Nussdorf
Lizenzhinweis
© Nachlass Anna Oppermann / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart