Oskar Schlemmer 1930 - 1936

Eingang zum Stadion

Größe162 x 97,5 cm

Die Szene spielt in einem perspektivisch konstruierten Raum, der nur durch wenige bauliche Elemente umrissen ist. Die Anordnung athletischer Figuren führt die Betrachtenden durch die Architektur. Mit ihren gedrehten, angewinkelten und gestreckten Posen greifen sie die Raumlinien auf, die eine Art Koordinatennetz bilden. Dies wird besonders an den beiden Hauptfiguren deutlich, die unseren Blick in die Tiefe ziehen und dann ins Freie leiten, das Oskar Schlemmer nur durch einen schmalen blauen Himmel andeutet.
Schon früh entdeckt Schlemmer durch sein Studium an der Stuttgarter Kunstakademie bei Adolf Hölzel die Flächenaufteilung des Raums als eines der Themen, die fortan sein Werk prägen. Zu dem Raum stellt sich bald die menschliche Figur als Hauptakteur ein. Dabei führen die traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs Schlemmer zu einer stark typisierenden Menschendarstellung. Als Reaktion auf das erlebte Grauen und Chaos ruhen seine Figuren in sich und stehen für Zeitlosigkeit und Ordnung.
Schlemmer verlässt das Bauhaus in Dessau 1929. Er folgt dem Ruf an die Akademie in Breslau, dann in Berlin. Hier verliert er im Mai 1933, kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, seinen Lehrauftrag. Ende 1935 siedelt er nach Eichberg in Südbaden um, wo er wieder mehr Zeit zum Malen findet. Der Raum und die Figuren sind inzwischen stark verdichtet, die Farbpalette hat er reduziert. Schlemmer greift nun zu dunkleren Farben und überarbeitet frühere Arbeiten wie »Eingang zum Stadion«, das einen grauen Grundton erhält.

Werkdaten
Inventarnummer: O-1427
Material / Technik: Öl auf Leinwand, doubliert
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

1936–1943 Oskar Schlemmer, Stuttgart; 1943–1959 Tut Schlemmer, Stuttgart; 1959 Städtische Galerie, Stuttgart

Lizenzhinweis
Foto: Uwe H. Seyl, Stuttgart
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