Jürgen Palmtag entwickelt seine Zeichnungen aus flüchtigen Skizzen, denen sowohl ein erkennbarer Anfang als auch ein Abschluss fehlt. Sie zeigen keine auf das Bildformat abgestimmten Darstellungen. Ebenso gibt es keine erkennbaren Bildinhalte. Die Motive selbst entnimmt Palmtag oft der Bildwirklichkeit. Dieser Werkprozess zeigt sich in seinen großformatigen Arbeiten und Wandinstallationen wie »Druki«. Das Blatt bestimmt mit seinem Panoramaformat den Raum, wodurch bei der Betrachtung der Eindruck entsteht, sich inmitten eines Wimmelbuchs oder wie in einem rauschähnlichen Zustand zu befinden.
Die detailreiche Zeichnung basiert auf verschiedensten Erinnerungen, die Palmtag in seiner Arbeit zu einer Gesamtheit kombiniert. Darüber hinaus arbeitet er mit dem Konzept der Leerstelle: Vereinzelt werden Flächen freigelassen, wodurch die Bilder zergliedert wirken. Zugleich ermöglichen uns die Leerstellen aber auch, eigene Gedanken zu ergänzen. Durch die Fülle an Details innerhalb derartig großformatiger Zeichnungen entziehen sich die einzelnen Eindrücke letztlich jedoch einem alles erfassenden Blick. Was wir sehen, muss stets fragmentarisch bleiben.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2024-029
- Material / Technik:
- Tusche auf Papier
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Jürgen Palmtag / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart