In seinem Werk widmet sich Fritz Lang immer wieder dem Blumenmotiv. Vor allem im Holzschnitt gestaltet er zahlreiche Drucke von Blumensträußen, die sich durch eine klare Ästhetik mit starken Einflüssen von japanischen Farbholzschnitten auszeichnen. Die Drucke, die vor dem Ersten Weltkrieg entstehen, haben meist einen schwarzen Hintergrund. Darauf trägt Lang einen Unterdruck aus Weiß und Silberbronze auf, um die Leuchtkraft der Farben zu verstärken. Nach einer Reise nach Ostafrika 1928 werden die Drucke zunehmend bunter und heller und zeigen noch stärkere Bezüge zu japanischen Holzschnitten.
Der hier gezeigte Holzschnitt eines Straußes mit Trollblumen wirkt besonders plastisch. Die Pflanze, die wegen ihrer runden Blütenköpfe auch »Kugelblume« genannt wird, wird hier mit leicht hängenden Blüten dargestellt. Dadurch gewinnt der Blumenstrauß an räumlicher Tiefe. Besonders prägnant ist die Farbgebung: Der dunkle Hintergrund verstärkt die Leuchtkraft der gelben Blüten und schafft einen wirkungsvollen Kontrast. Lang lenkt dadurch den Blick gezielt auf die feinen Blütenblätter und die zarten Stängel. Das Motiv gewinnt an Intensität und Ausdruckkraft. Das Blatt gehört zu Langs »Feldblumen«-Serie, die vor 1909 entsteht.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- S-0022
- Material / Technik:
- Farbholzschnitt auf Papier
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Fritz Lang, Mittelbiberach / Foto: Kunstmuseum Stuttgart