Meusers Wandinstallation besteht aus zwei unterschiedlich großen Stahlobjekten, von denen das kleinere lose auf dem größeren liegt. Das größere Objekt ist ein waagerecht an der Wand montierter schwarzer Kasten, dessen rechte Schmalseite zwei große Löcher übereinander aufweist; die linke Schmalseite ist hingegen nur mit einem Loch in der Mitte ausgestattet. Der Werktitel nimmt auf diese Durchlochungen Bezug, eine inhaltliche Bedeutung erschließt sich jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Objekt.
Alle drei Löcher gewähren Einblicke in das Innere des Kastens. Auf seiner Oberseite liegt rechtsbündig ein mit roter Bleifarbe (Mennige) gefasster Doppel-T-Träger. Aufgrund seiner Form steht er im Kontrast zur Kompaktheit des Kastens. Überdies hebt er sich durch seine Farbfassung ab und verleiht dem gesamten Gefüge durch das signalartig wirkende Rot eine bedeutungsvolle Note. Doch auch hier bleibt die Bedeutung offen.
In seinen Werken verarbeitet Meuser metallene Fundstücke, die er auf Schrottplätzen sammelt. Dem Ausgedienten, Übriggebliebenen oder Beschädigten gibt er ein zweites Leben, indem er es teilweise umformt oder bemalt und damit in einen neuen Bedeutungszusammenhang stellt, der jedoch rätselhaft bleibt. Erschwerend hinzu kommen die mitunter irritierenden, ironisch-sinnbefreiten Werktitel.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-006
- Material / Technik: Stahl und Mennige
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart, Schenkung Hanns und Ursula Wiesenauer
Lizenzhinweis
© Meuser / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart