In Frontalansicht zeigt Otto Dix eine hochschwangere Frau, die bei Nacht in der Ecke eines Zimmers vor einem Fenster sitzt. Sie trägt eine einfache, schmucklose, rotbraune Bluse, die sich straff über ihre Brüste und ihren Bauch spannt, darüber einen braunen Mantel mit Pelzkragen und Pelzbesatz an den Ärmeln, der weit geöffnet ist und dadurch den voluminösen Leib betont. Das Gesicht der Schwangeren wird von ihrem schulterlangem lockigen Haar umrahmt. Ihre Haut wirkt fahl, die Ober- und Unterlider ihrer Augen sind stark gerötet. Der Blick der werdenden Mutter geht ins Nichts, ihr Mund zeigt keine Regung. In Form einer Faust drücken vier Finger der rechten Hand fest auf den Daumen, als wollte sie damit einem momentanen Schmerz entgegen wirken.
Während das Gesicht der Frau sehr fein ausgearbeitet ist, sind die Stoffe an ihrem Körper, ihre Hände und die sie umgebende Ecke des Zimmers fast grob in ihrer Malweise. Ihre Kleidung und ihr Zuhause scheinen abgenutzt und heruntergekommen zu sein. Die Schwangere hält sich in dieser beklemmenden Umgebung mit stoischer Ruhe und freudlos und harrt der Dinge, die unweigerlich bevorstehen.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-2464
- Material / Technik: Öl und Tempera auf Holz
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz
ca. 1930–1981 Wolfgang Zeller, Stuttgart; 1981, April Kunstmuseum (Galerie der Stadt) Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart