Im Museum, dem Ort ruhiger Kontemplation, muss Inge Mahns »Schaukel« wie eine humorvolle Provokation wirken. Die Installation besteht aus einer weißen Fläche in Form eines Lehnstuhls ohne Beine. Durch die Armlehnen und unter der Sitzfläche ist eine Schnur gespannt, an der die Schaukel an der Decke des Museumsraums hängt. Alle Teile sind in etwa den Proportionen eines erwachsenen Menschen nachempfunden. Die Schaukel ist gleichzeitig das mit dem Titel benannte Objekt und sein:e Benutzer:in. Wollte sich aber tatsächlich jemand daraufsetzen, fiele die Schaukel von der Decke und ginge kaputt.
Wie die meisten von Mahns Objekten ist die »Schaukel« aus Gips gefertigt. Die Oberfläche zeigt noch die Arbeitsspuren. Das Gipsweiß lässt das Materielle des Objekts scheinbar verschwinden. Form und Funktion sollen allein im Mittelpunkt stehen. Auch wirken die Alltagsgegenstände dadurch häufig wie Gespenster. Das Zusammenspiel aus einfacher Form und komplexem Inhalt ist gewollt: Gemäß der Künstlerin wird »eine Plastik durch Gegensätze geformt, die gleichzeitig und miteinander agieren«.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2024-023
- Material / Technik: Gips auf Eisenkonstruktion
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart