Die büßende Magdalena

Größe59 x 45 cm
Ratlos hat der vor einer Wand sitzende Christus die Hände geöffnet und blickt die beiden ebenso rätselnden bärtigen Männer im Hintergrund an. Auch sie scheinen die Situation nicht deuten zu können. Christus zu Füßen hat sich die büßende Maria Magdalena geworfen, die einzige Frau im engeren Kreis der Jünger Jesu. Sie hat die Hände vors Gesicht geworfen und beugt sich vor vor Christus zu Boden
Von den männlichen Jüngern aufgrund ihrer besonderen Beziehung zu Jesus nicht immer vollumfänglich abzeptiert, nimmt Maria Magdalena in der christlichen Heilsgeschichte rund um Kreuzigung, Beweinung und Auferstehung an Ostern eine der Hauptrollen ein. Auch steht sie sinnbildlich für die emotionalen Bindungen zwischen Christus und seinem engsten Kreis. Gerade für die Bildkunst bietet diese Emotionalität seit dem Spätmittelalter ein wichtiges Motivfeld. Eine Szene wie die hier gezeigte gehört jedoch nicht zu den klassischen Bildformulierungen des Themas. Keller lädt die Szene mit ins Pathos gehender Emotionalität auf. Parallel zu seiner Beschäftigung mit Steinbrucharbeitern und Fabrikhallen widmet er sich häufig auch religiösen Sujets. Wie bei dem hier gezeigten Gemälde bestechen sie durch eine präzise, leuchtstarke Feinmalerei. In den dramatischen Kompositionen ist Keller stark von der Historienmalerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts geprägt.
Werkdaten
Inventarnummer:
O-1318
Material / Technik:
Öl auf Leinwand
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

?–? ?; ?–1956 Familie des Prof. Carl Widmann, Stgt.; Dez. 1956–heute E: LHS Stuttgart, B: Kunstmuseum Stuttgart

Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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