Im Mittelpunkt der Darstellung steht ein mit fliegender Mähne im Sprung begriffener Schimmel. Auf dessen Rücken reitet ein muskulöser Jüngling mit gespanntem roten Bogen. Als weiterer Farbakzent im dunkel gehaltenen Gemälde ist sein Haupt mit einem golden leuchtenden Lorbeerkranz verziert. Im Bildhintergrund werden schemenhaft drei weitere Pferde mit ihren Reitern sichtbar. Insbesondere der Reiter ganz rechts ist zu einer wilden Gestalt verzerrt. Wo sich das kriegerische, unheimlich wirkende Geschehen abspielt, lässt Christian Speyer offen. Lediglich in der linken unteren Ecke des Bildes wird mit leuchtend blauen und lichtgelben Farbtönen eine kosmische Sphäre angedeutet, die es zu einem die Welt erfassenden Ereignis werden lässt.
Speyers Studie der »Apokalyptischen Reiter« thematisiert das seit dem Spätmittelalter bis weit ins 20. Jahrhundert immer wieder dargestellte Motiv der im 6. Kapitel der Offenbarung des Johannes erwähnten Vorboten des nahenden Weltuntergangs. Dort sind die Farben der Pferde festgelegt: Weiß für das erste Pferd, Rot für das zweite, Schwarz für das dritte und ein blasser Farbton für das vierte. Auf diese Unterscheidung geht Speyer in seinem Gemälde nur ansatzweise in Form einer farblichen Abstufung ein; ihm kommt es vor allem um die Ausdruckskraft des Schimmels und seines athletischen Kriegers an.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-0628
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart