Drei Männer in Freak- und Western-Kleidung hocken auf dem Boden und zielen mit ihren zu Pistolen geformten Händen auf eine spärlich bekleidete Frau. Sie blickt erschrocken und hat beide Hände vor ihrer linken Brust übereinandergelegt, als wollte sie sich vor den »Schüssen« der Männer schützen. Die Sprechblase über ihr zeigt ein großes zerbrochenes Herz. Es ist als Zeichen enttäuschter Liebe zu verstehen und gibt Aufschluss über das Verhältnis der Frau zu den drei auf sie zielenden Männern.
Das Blatt illustriert die Zeile »Wir nieteten so manche um« aus dem sogenannten »Weissenhoferlied« der Künstlergruppe »Die Weissenhofer«. In ihrem Lied wachsen die drei Künstler Jörg Mandernach, Matthias Beckmann und Uwe Schäfer als die drei Brüder Bob, Carl und Keith auf dem Weissenhof im Wallistal auf, bevor sie mit ihrer Familie in die USA auswandern. Die hier gezeigte Szene bezieht sich auf ihr Leben in Texas. »Umnieten« ist das umgangssprachliche Wort für »erschießen« und wird hier verwendet, um den »rauen Kern« dieser »harten Kerle« zu unterstreichen. Prahlerisch berichten sie von ihren Taten. Wie in anderen Illustrationen zu dem Lied entlarven »Die Weissenhofer« auch in dem hier gezeigten Blatt auf ironisch-scherzhafte Weise so manches Klischee.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- LG-691bi
- Material / Technik:
- Aquarell auf Papier
- Creditline:
- Dauerleihgabe Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg