Markus Oehlens Gemälde will am liebsten alles zugleich sein. Bereits der Titel deutet an, dass in diesem Werk nach Möglichkeit alles zusammenkommen mag. Ebenso wechselt auch die Malerei stets zwischen vollkommener Ironie und bitterem Ernst. Es kann immer alles und nichts gemeint sein.
Schon die Bestimmung eines Bildgrunds auf der übermalten Fläche fällt schwer. Über starkfarbigen Streifen ist ein feines Raster aufgebaut. Darauf sind fast alle Möglichkeiten erfasst, wie im 20. Jahrhundert abstrakt und ungegenständlich gemalt worden ist. Was allerdings auf den ersten Blick willkürlich wirkt, ist genau kalkuliert. Alle Bildelemente und Motive, seien es schwarze Graffitilinien, gestreifte Ornamente oder in Farbblöcke unterteilte Flächen, sind bewusst platziert. Selbst die hellblauen Farbspritzer in der rechten Bildhälfte sind kein Versehen.
Bei Oehlen werden künstlerische Gesten, die für sich genommen oft belanglos sind, zum Motiv und dadurch mit Bedeutung aufgeladen. Die Versatzstücke scheinen mit großer Lust an der Malerei und an Farbe zusammengetragen zu sein. Vereint ergeben sie ein Gemälde, das für Reizüberflutung, Erstaunen und Unterhaltung sorgt.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-025
- Material / Technik: Lack auf Leinwand
- Creditline: Schenkung Alison und Peter W. Klein, Eberdingen-Nussdorf
Lizenzhinweis
© Markus Oehlen / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart