Die Lithografie zeigt das markante Profil eines alten Mannes in einer dunklen zugeknöpften Jacke. Sein Kopf wirkt karikaturenhaft: Die gewölbte, von tiefen Falten durchzogene Stirn, die lange spitze Nase und das nach oben gebogene Kinn verleihen ihm eine scharf geschnittene Silhouette. Der Hinterkopf ragt ungewöhnlich weit nach hinten, wodurch der Schädel beinahe deformiert erscheint. Die Augen sind dunkel schattiert und wirken geschlossen – als wäre der Greis in sich versunken oder gar tot. Der Mund ist ein schmaler, präzise gezeichneter Schlitz. Er verleiht dem Gesichtsausdruck etwas Hartes und Maskenhaftes.
Eine dunkle Fläche im Hintergrund hebt die vor- und zurückspringenden Konturen besonders hervor. Die kahle, von Adern durchzogene Glatze betont das Alter und vielleicht auch die Zerbrechlichkeit des Mannes. Die deutliche Reduktion auf markante Formen lässt ihn entrückt und unnahbar erscheinen – zwischen Würde und Groteske. Diese extreme Art der Wiedergabe ist typisch für Otto Dix' Darstellung von Menschen der 1920er-Jahre. Er scheut sich nicht, auch das Hässliche zu zeigen, und macht es wie hier zum zentralen Bildmotiv.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- L-0253
- Material / Technik:
- Lithografie auf Papier
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart