Das überwiegend in Braun-, Beige- und Weißtönen gestaltete Ölgemälde »Der dritte Ausschuß« zeigt fünf altertümlich gekleidete Figuren. Sie tragen Hüte, teils ausladende weiße Kragen und Kniebundhosen. Vier dieser Figuren nehmen den Großteil des Bildraumes ein. Sie stehen in aufrechter, förmlich steifer Körperhaltung dicht beieinander. Die am rechten Rand dieser Gruppe positionierte Figur hat ihre Hände würdevoll vor sich auf ein Pult gelegt. Im unteren Drittel des Bildes befindet sich eine fünfte Figur. Sowohl durch den räumlichen Abstand zu den anderen als auch durch ihre lässige, auf der Seite liegende Körperhaltung wird ihre Sonderrolle gegenüber den restlichen Personen deutlich. Ob der Ausschuss über ihre exzentrische Position diskutiert, bleibt allerdings ungeklärt. Auch um was für eine Gruppe es sich überhaupt handelt, lässt die Malerin offen.
Das Gemälde stammt aus Kaesdorfs Frühwerk. In dieser Schaffensphase zeichnet und malt sie noch im gleichen Maße. Ab 1966 entscheidet sie sich für die Zeichnung als ihr bevorzugtes Ausdrucksmittel. Durch die verschiedenfarbigen, hart aneinandergesetzten Linien, mit denen der Bildraum modelliert ist, wird die Tendenz zur Zeichnung bereits in diesem frühen malerischen Werk deutlich.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-2596
- Material / Technik: Öl auf Leinwand
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Romane Holderried Kaesdorf / Foto: Kunstmuseum Stuttgart