Die malerische Ausarbeitung der dargestellten Materialien spielt in dem hier gezeigten Gemälde eine zentrale Rolle. Haare und Pelz sind dabei wiederkehrende Motive im Schaffen von Simone Haack. Sie sind nicht allein dekorative Elemente um ihrer selbst willen, sondern verweisen auch auf eine inhaltliche Ebene, auf der Fragen nach Körper, Identität und Oberfläche aufgeworfen werden. Die Stoffe verbinden Inneres und Äußeres und zeigen, wie etwas zugleich verbergen und sichtbar machen kann. Durch die gewählten tiefen Rottöne scheinen der Pelzmantel und der Hintergrund aus sich selbst zu leuchten. Optisch gehen sie ineinander über und lassen den Körper teilweise verschwinden. Auch durch ihre Haltung ist die Frauenfigur dem Blick teilweise entzogen, ihr eigener Blick aber wiederum direkt auf die Betrachter:innen gerichtet. Die Rückwendung verstärkt den Eindruck von Distanz und Rückzug, das Gesicht wirkt fast kindlich. Sie erscheint isoliert und entzieht sich einer eindeutigen Zuordnung, was durch den intensiven Blick unterstrichen wird. Am Ende bleibt die Begegnung mit der Figur unklar, sie bewegt sich zwischen Nähe und Distanz sowie zwischen Sichtbarkeit und Verbergen und lässt die Betrachtenden in einem Gefühl anhaltender Unsicherheit zurück.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2025-095
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart