Seit Dezember 1905 ist Adolf Hölzel Professor für Malerei an der Stuttgarter Akademie. Bekanntheit erlangt er im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts vor allem für seine Ölgemälde von Landschaften und Genreszenen. In der Stuttgarter Zeit verschiebt sich sein Motivfeld erheblich. Der »Christuskopf« ist in einer ungewöhnlichen Technik hergestellt worden, nämlich in Kaltwachs auf Putz. Denn um 1910 fertigt Hölzel eine monumentale Wandmalerei für den Innenraum der neuerbauten Pauluskirche in Ulm an. Diese zeigt einen lebensgroßen Christus am Kreuz. Das Stuttgarter Bild ist bis auf einige wenige motivische Änderungen ein vergrößerter Auszug dieser Kirchenmalerei. Zu sehen ist das gesunkene Haupt Christi vor ockerfarbenem Hintergrund. Der grüngelbe Dornenkranz hält die langen Haare zurück, sodass das bärtige Gesicht sichtbar bleibt. Der Mund ist im Moment des Todes geöffnet. Einzelne Akzente im verschatteten Gesicht greifen die Farben der Dornenkrone auf und schreiben der Haut das Leid und die Verspottung der Passion ein.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2772
- Material / Technik:
- Kaltwachs auf Putz
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Uwe H. Seyl, Stuttgart