Vom titelgebenden Bodensee ist in Otto Dix‘ Landschaftsgemälde nur wenig zu erkennen. Zahlreiche große Bäume versperren die Sicht auf Ufer, See und gegenüberliegende Berge. Im Hintergrund fließen die Farben ineinander, sodass von der Landschaft hier ein leichtes Flirren ausgeht. Je weiter nach vorne der Blick fällt, desto härter werden die Linien zwischen den Farbflächen oder an den Bäumen. Durch Umrisslinien sowie schwarze Striche, die Äste markieren, wirken die Bäume wie schematisch angedeutet. Trotz der eher kühlen Palette zeigt sich die Landschaft am Seeufer hell und freundlich. Zur Ruhe trägt auch die Abwesenheit alles Menschlichen bei.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfindet Dix sich als Maler neu. In technischer Hinsicht wählt er eine vereinfachte, am Expressionismus orientierte Darstellungsweise. In zahlreichen Bildern macht er die Landschaft in der Umgebung des Künstlerhauses am Bodensee zum Thema. Damit einhergehend, zieht Heiterkeit in seine Bilder ein. Sie schlägt sich beispielsweise im Einsatz heller und warmer Farben nieder.
Werkdaten
- Inventarnummer: LG-651
- Material / Technik: Öl auf Leinwand
- Creditline: Dauerleihgabe des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart