Im Vordergrund erstreckt sich ein Feld mit in Streifen angebautem Gemüse, das links von einem Hügel mit Blumenwiese und kleineren Bäumen flankiert wird. Weitere dicht an dicht gedrängte, kugelige Baumkronen verstellen die Sicht auf den See. Diese Abfolge von hellen Feldern und dunklen Baumreihen wiederholt sich bis ans Ufer des Sees. Auf dem Wasser zieht ein einzelnes Segelboot seine Bahn und steuert auf die Klosterinsel Reichenau zu. Diese liegt etwa gegenüber von Otto Dix Standpunkt seines Gemäldes. Über dem See und in der Ferne hängen dichte Wolkenbänder. Sie verschleiern das sich am anderen Ufer anschließende Alpenpanorama.
Anfänglich ist Dix wenig begeistert vom Bodensee: »Die Landschaft ist zum Kotzen schön. Ich sollte in den Städten sein!«, hält er 1933 fest. Als er am Bodensee ankommt, fühlt er sich als Stadtmensch entwurzelt. Zwar bleibt die Verbindung nach Dresden nach der Amtsenthebung als Akademieprofessor aufgrund familiärer Verpflichtung bestehen. Doch verschiebt sich Lebensmittelpunkt in den Jahren der NS-Diktatur nach und nach an den Bodensee. Vor allem in seinen Landschaftsbildern vertieft sich Dix jetzt in altmeisterliche, spätmittelalterliche Maltechniken. Motivisch erarbeitet er sich so auf künstlerischem Weg die Umgebung am Bodensee.
Werkdaten
- Inventarnummer: LG-658
- Material / Technik: Öl und Tempera auf Holz
- Creditline: Dauerleihgabe aus Privatbesitz
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart