Blühender Kaktus

Größe75,7 x 60,9 cm

Maria Hiller-Foell arbeitet zunächst unter dem Einfluss von Hölzels flächenbetonter Abstrahierung. In den 1920er-Jahren findet sie ihren eigenen Stil, der eine große Nähe zur Malerei der Neuen Sachlichkeit zeigt. Stillleben mit Kakteen gehören nun zu ihren bevorzugten Bildthemen. Der rot blühende Kaktus steht vor einem nur vage angedeuteten Vorhang. Seine Blütenpracht entfaltet sich so üppig, dass sie von Stöcken gestützt werden muss. Der kantige Blumentopf folgt in seiner Form der stilvoll in Falten gelegten, viel Raum einnehmenden Tischdecke. Der besondere Reiz des Stilllebens liegt einerseits im Gegensatz der detailreichen Blüten zu den eher flächig ausgeführten und farblich kontrastierenden grünen Blättern, andererseits im Wechsel von schwarzen Konturlinien und hellen Lichträndern, die an dem rechten spitzen Blatt deutlich zu erkennen sind.
Nur wenig ist über die frühen Jahre von Maria Foell bekannt. 1880 in Odessa in der Ukraine geboren, kommt sie spätestens 1906 nach Stuttgart. Sie ist eine der ersten Schülerinnen von Adolf Hölzel und wird bereits 1907 in seiner Meisterklasse aufgenommen. Nach dem Ende ihres Studiums wird sie Mitglied im Württembergischen Malerinnen-Verein und lebt als freie Künstlerin in Stuttgart. Hier heiratet sie 1923 den Maler Theodor Hiller. Insbesondere in den 1920er-Jahren ist Maria Foell regelmäßig in Ausstellungen vertreten. Neben Stillleben widmet sie sich in diesen Jahren erfolgreich der Glasfenster- und monumentalen Wandmalerei. Warum sie nach 1933 nicht mehr als freie Künstlerin arbeitet, lässt sich aufgrund der schlechten Quellenlage nicht sagen.

Werkdaten
Inventarnummer: O-305
Material / Technik: Öl auf Leinwand
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

o.D.–1933 Maria Hiller-Foell, Stuttgart; 1933 Städtische Galerie, Stuttgart

Lizenzhinweis
Kunstmuseum Stuttgart; Fotograf: Frank Kleinbach
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