Die Dinge sind zunächst einmal da, zur Betrachtung freigegeben. Auf dem Weg ins Bild, zu uns Betrachter:innen, sind ihre ursprünglichen Bezüge verloren gegangen, weshalb wir neue herstellen müssen. Und uns dabei in die Details vertiefen können: korrodierte »North State«-Zigarettendosen mit dem Slogan »Ready Rolled«, Verpackungsfragmente mit Schnörkelornamenten und der Aufschrift »Meßmer Tee«, in Goldbronze schimmernde Zierleisten mit floralem Relief, eine Bordüre, Blattgold, ein hellblaues Siegel mit dem Monogramm »L R«, verrostete Eisenbleche, Metallgitter, eine ornamentale Metallscheibe, eine blaue Perlenrosette. Soweit, so erkennbar.
Heinz E. Hirschers Assemblagen führen Alltagsgegenstände von unterschiedlichem Gebrauchswert zusammen, vor allem unübersehbar abfallähnliche Objekte. Allerhand Auffällig- und Merkwürdigkeiten. In einem Rahmen in Szene gesetzt, in einen neuen Zusammenhang gebracht, geben die versammelten Dinge Raum für individuelle Lesarten, die weder im Material selbst noch in ihren ursprünglichen Funktionen angelegt sind. Die Materialbilder bieten Anlass zu Spekulationen und freien Assoziationen, die ausdrücklich ins Erzählerische und Lyrische ausgreifen dürfen. »Die Poesie allein verbindet meine Materialien«, lautet 1990 der Titel einer Ausstellung Hirschers. Lediglich die Werktitel markieren einen Kontext. So ist der vorliegenden Arbeit eine religiöse Dimension eingeschrieben: Das vermeintlich Wertlose rückt in die Nähe des Sakralen. Es formt eine Ikone profaner Reste.
Heinz E. Hirschers Assemblagen führen Alltagsgegenstände von unterschiedlichem Gebrauchswert zusammen, vor allem unübersehbar abfallähnliche Objekte. Allerhand Auffällig- und Merkwürdigkeiten. In einem Rahmen in Szene gesetzt, in einen neuen Zusammenhang gebracht, geben die versammelten Dinge Raum für individuelle Lesarten, die weder im Material selbst noch in ihren ursprünglichen Funktionen angelegt sind. Die Materialbilder bieten Anlass zu Spekulationen und freien Assoziationen, die ausdrücklich ins Erzählerische und Lyrische ausgreifen dürfen. »Die Poesie allein verbindet meine Materialien«, lautet 1990 der Titel einer Ausstellung Hirschers. Lediglich die Werktitel markieren einen Kontext. So ist der vorliegenden Arbeit eine religiöse Dimension eingeschrieben: Das vermeintlich Wertlose rückt in die Nähe des Sakralen. Es formt eine Ikone profaner Reste.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- V-0195
- Material / Technik:
- Materialbild
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart