Otto Dix porträtiert Karl Schmidt (1873-1948) zu einem Zeitpunkt, als der 69-jährige Möbelfabrikant und Sozialreformer bereits lange und erfolgreiche Berufsjahre hinter sich hat. Das Brustbild zeigt ihn an einem Tisch sitzend. Sein konzentrierter Blick hinter den Brillengläsern richtet sich in die Ferne, sein Mund ist leicht geöffnet. Auch die Armhaltung spricht für eine ebenso beherrschte wie entspannte Sitzposition. Wie der Porträtiere ist die Holztäfelung im Hintergrund in präziser Feinmalerei gearbeitet. Künstlerisch nimmt Dix damit Bezug zur spätmittelalterlichen Bildnismalerei. Zugleich könnte der hölzerne Raum ein biografisches Symbol des Porträtierten sein: Der Möbelfabrikant begann seine Karriere mit der Ausbildung zum Tischler.
Die Porträtkunst nimmt im Werk von Otto Dix großen Raum ein. Seit den 1920er Jahren perfektioniert er dabei seine Feinmalerei. Die Porträts schwanken zwischen teilweise grotesker Überzeichnung und fotorealistischer Annäherung an sein Sujet.
Werkdaten
- Inventarnummer: LG-332
- Material / Technik: Öl und Tempera auf Holz
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart, Leihgabe Dr. Cordelia Schmidt-Hellerau
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart