Das Bildnis seiner Frau Martha malt Otto Dix im Jahr der Heirat 1923. Im Brustbild zeigt er die damals 28-Jährige im Dreiviertelprofil. Sie präsentiert sich als elegante Dame in schwarzem Pelz über einem schwarzen Kleid, das die linke Hals- und Schulterpartie reizvoll unbedeckt lässt. Ein in kräftigem Rot leuchtender Samthut umrahmt ihr makelloses Gesicht. Auch ihr schwarzes, kinnlanges Haar umspielt die zartrosa Wangen. Ihre schwarz konturierten Augen hat Martha in die Ferne gerichtet, ihr dunkelrot geschminkter Mund wirkt gleichzeitig entspannt und angespannt. Mit der linken Hand in weißem Handschuh hält sie den Pelz in Brusthöhe fest. Ihre nackte rechte Hand scheint dagegen wie auf dem unteren Bildrand aufzuliegen. Wie oft bei Dix‘ Porträts der 1920er Jahre sind gerade in den Handhaltungen Bezüge zur spätmittelalterliche Bildnismalerei zu erkennen.
Martha Dix stammte aus einem großbürgerlichen, wohlhabenden Elternhaus. In erster Ehe war sie mit dem Düsseldorfer Mediziner und Kunstsammler Hans Koch verheiratet. Als sich dieser von Dix malen lässt, lernen sich Martha und Otto kennen und verlieben sich ineinander. Im Laufe des gemeinsamen Lebens gestaltet Dix in unterschiedlichen Techniken mehr als siebzig Porträts seiner Frau.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-2996
- Material / Technik: Öl auf Leinwand
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart, geschenkt 1993 von der Landesbank Baden-Württemberg
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart