Ab den 1910er-Jahren bis über die Mitte der 1920er-Jahre hinaus widmet sich Christian Adam Landenberger immer wieder der Darstellung religiöser Themen. Dazu zählen die Bildnisse der in Kirchen sitzenden oder stehenden Mädchen beim Gebet. Das Mädchen in dem hier gezeigten Gemälde trägt ein helles Kleid und passend dazu eine Schleife im Haar. Sein Kopf im Dreiviertelprofil hebt sich durch das dunkle Haar von der ihn umrahmenden Architektur im Hintergrund ab. Im rechten Bilddrittel wird der Blick auf ein großes Wandgemälde mit einer religiösen Szene gelenkt, in der Figuren bewegungsreich in ein Geschehen eingebunden sind. Es bildet einen Gegensatz zu dem betenden Mädchen, das mit leicht geneigtem Kopf gedankenverloren auf eine unbestimmbare Stelle schaut, ohne diese tatsächlich zu betrachten. Stimmungsvoll gesteigert werden die Ruhe und Besinnlichkeit, die von der Körperhaltung der Betenden ausgehen, durch Lichtreflexe auf ihrer Haut und ihrem seidig schimmernden Kleid.
Der Wirkung von Licht und Schatten widmet Landenberger seit seiner Freilichtmalerei immer wieder große Aufmerksamkeit in seinen Werken.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-0047
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart