Vor abstrakter Naturkulisse stellt Otto Dix in diesem Doppelbildnis den Bauern und seinen Stier, also Mensch und Tier, auf Augenhöhe nebeneinander. Folgerichtig nimmt der massige, markant geschnittene Kopf des Tieres deutlich mehr Bildraum ein als das von weißem Kopfhaar und Bart umspielte, sonnengebräunte Gesicht seines greisenhaften Herrn. Mittels formaler Ähnlichkeiten in der Darstellung von Bauer und Stier zeigt der Künstler ihre Verbundenheit. So formt das Deckhaar des Bauern die nach oben weisenden Hörnern des Stieres nach. Auch liegt eine Parallele darin, dass bei beiden nur das linke Auge sichtbar ist. Ebenso treten der füllige, weiße Bart des Bauern und die helle Stirn-und Nasenpartie des Stieres in gleicher Weise hervor. Nicht zuletzt wiederholt sich die Rundung der menschlichen Hand in den Rundungen des Tiermauls, die am unteren Bildrand den Vordergrund mitbestimmen.
Nach dem Motiv des Gemäldes fertigt Dix im gleichen Jahr eine Lithografie an.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfindet Dix sich als Maler neu. In technischer Hinsicht wählt er eine vereinfachte, am Expressionismus orientierte Darstellungsweise. In zahlreichen Bildern macht er die Menschen in der Umgebung des Künstlerhauses am Bodensee zum Thema. Damit einhergehend, zieht Heiterkeit in seine Bilder ein. Sie schlägt sich beispielsweise im Einsatz heller und warmer Farben nieder.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2010-007
- Material / Technik: Öl und Tempera auf Hartfaserplatte
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart