Badender Knabe (Nissl)

Größe72,5 x 54,7 cm

Christian Landenberger gilt als der Maler der badenden Knaben, ein Motiv, mit dem er sich von 1900 bis 1915 intensiv beschäftigt. Der erste badende Knabe entsteht 1893 noch während seiner Münchner Studienzeit und erzielt einen ersten Achtungserfolg auf der Ausstellung der Münchner Secession. Zu dieser Zeit experimentiert Landenberger bereits mit der Freilichtmalerei. Das Bild eines am seichten Ufer des Ammersees stehenden nackten Knaben ist dem Maler Rudolf Nissl gewidmet; es gehört zu den herausragendsten der Reihe. Der Halbwüchsige wird gänzlich vom Wasser hinterfangen, die Horizontlinie befindet sich dicht am oberen Bildrand. Der Junge wendet sich dem:der Betrachter:in vollständig zu, seinen Kopf hat er jedoch zur Seite gedreht, sodass er unerkannt bleibt. Das direkte Sonnenlicht und seine Reflexion auf der Wasseroberfläche erzeugen unterschiedliche Schattierungen auf der Haut.
Vor Landenberger haben sich Adolph von Menzel, Max Liebermann und Hans von Marées diesem Motiv gewidmet: Von Menzel und Liebermann betonen die Natürlichkeit, von Marées vermittelt eine idealisierte antikisierende Haltung. Landenberger beschäftigt sich mit beiden Positionen und entwickelt daraus einen eigenen Stil.

Werkdaten
Inventarnummer: O-52
Material / Technik: Öl auf Leinwand auf Sperrholz aufgezogen
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

1895–o.D. Christian Adam Landenberger, Stuttgart; o.D.–bis spätestens Mai 1945 Karl und Lina Roth, Stuttgart; ab spättestens Mai 1945 Städtische Galerie, Stuttgart

Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart, Axel Koch
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