In seinem Werk nimmt sich Adolf Hölzel immer wieder Motive der christlichen Ikonografie vor. Wiederholt greift er beispielsweise das Bildthema der Anbetung auf. Anders als in früheren Bildern dient die Figurengruppe im hier gezeigten Gemälde »Anbetung der Frauen« lediglich noch als formales Gerüst für eine auf die Farbe fokussierte Bildanlage. In einer freien Gestaltung positioniert Hölzel rote Figuren auf blauem Grund. Das kräftige Kolorit ist von den Lokalfarben der Bildgegenstände vollständig losgelöst, es ist als eigenständige Aussage in Bezug auf die bildnerische Gesamtkomposition gedacht.
In der Zusammenschau mit den gebrochenen Farben, die sich vor allem am oberen linken Bildrand in Form von hellen Brauntönen zeigen, offenbart sich Hölzels synästhetische Begabung. Er fasst die Malerei in Analogie zur Musik auf, spricht in seinen Schriften wiederholt von der Musikalität der bildnerischen Mittel, von »Farbklängen«. Hierbei unterscheidet er Dur- und Moll-Farbtöne, angelehnt an die Tongeschlechter der Musiktheorie. Kräftige, leuchtende Farben fasst er als Dur-spezifisch und gebrochene, zurückgenommene Farben als Moll-spezifisch auf. Durch das Nebeneinandersetzen verschiedener Farben und Farbarten entsteht zwischen ihnen eine kompositionelle Wechselwirkung, die Hölzel zur Erzeugung einer harmonischen Gesamtwirkung, eines farbigen Gesamtklangs, nutzt.
In der Zusammenschau mit den gebrochenen Farben, die sich vor allem am oberen linken Bildrand in Form von hellen Brauntönen zeigen, offenbart sich Hölzels synästhetische Begabung. Er fasst die Malerei in Analogie zur Musik auf, spricht in seinen Schriften wiederholt von der Musikalität der bildnerischen Mittel, von »Farbklängen«. Hierbei unterscheidet er Dur- und Moll-Farbtöne, angelehnt an die Tongeschlechter der Musiktheorie. Kräftige, leuchtende Farben fasst er als Dur-spezifisch und gebrochene, zurückgenommene Farben als Moll-spezifisch auf. Durch das Nebeneinandersetzen verschiedener Farben und Farbarten entsteht zwischen ihnen eine kompositionelle Wechselwirkung, die Hölzel zur Erzeugung einer harmonischen Gesamtwirkung, eines farbigen Gesamtklangs, nutzt.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2782
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz
1917/18 Ausstellung der Werke von Adolf Hölzel, Kestner-Gesellschaft, Hannover; 1918–1986, 17.12. Ankauf der Ausstellung durch Pelikan AG, Hannover; 1986, 17.12. Städtische Galerie, Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Uwe H. Seyl, Stuttgart