Abend

Größe36 x 22,8 cm
Albert Muellers Ölgemälde »Abend« zeichnet sich durch einen groben Pinselstrich und einen kräftigen Farbauftrag aus. Die Bildfläche ist in farbige, aneinanderstoßende Teilflächen aufgelöst. Im Gesamten wirkt die Farbpalette eher dunkel, hellt sich zum Bildmittelpunkt aber auf und gibt den Blick auf zwei weibliche Figuren frei. Ihre Körper sind in einem Dreieck angeordnet. Die geometrische Form steht in der christlichen Theologie auch als Symbol für die Dreifaltigkeit Gottes. Die Blicke der Frauen verlaufen in einer gemeinsamen Linie, durch die der gesamte Bildraum eine Zweiteilung erfährt: Die von der oberen rechten zur unteren linken Bildecke verlaufende Diagonale markiert den Übergang vom Vordergrund mit der Figurengruppe zur Landschaft im Hintergrund. In ihr meint man ein blaues Haus mit rotem Dach, einen Kirchturm und Berge zu erkennen.
Muellers Bildkomposition folgt der Lehre Adolf Hölzels, bei dem er ab 1914 als Meisterschüler studiert. Die als veraltet empfundene Darstellungsweise des Impressionismus und Naturalismus ersetzt Hölzel durch eine abstrakte Formensprache. Mueller übernimmt nicht nur dessen neue Farbenlehre, sondern auch einen durch geometrische Formen bestimmten Bildaufbau. Alle Bildgegenstände und Symbole ordnen sich dieser kompositorischen Gesamtstimmung unter.
Werkdaten
Inventarnummer:
O-1544
Material / Technik:
Öl auf Papier
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Albert Mueller / Galerie Schlichtenmaier / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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