Ein dichtes vielschichtiges Gefüge aus großen offenen Ovalformen füllt nahezu die gesamte Bildfläche aus. In schwungvollen Pinselzügen, die überwiegend in einer gleichbleibenden Breite ausgeführt sind, liegen sie vor-, hinter- und nebeneinander und durchdringen sich. Ihre Farbigkeit reicht von leuchtendem Rot über lichtes und getrübtes Orange bis hin zu Dunkelrot und Schwarz, stellenweise ist zudem Marineblau eingemischt. Diese offenen Formen, die durch die Drehung des Pinsels beim Farbauftrag dreidimensional wirken, geben den Blick in die Tiefe des Bildraums frei. Am rechten Bildrand, insbesondere in der unteren Ecke, erweisen sich hellblaue und schwarze rechteckige Formen als Teile eines rasterartig angelegten Hintergrunds. In seiner kühlen Tonigkeit bildet er einen Gegensatz zu den warmen Farbtönen der bewegungsvollen Formation im Vordergrund des Bildes. Je länger der Blick darin umherwandert, desto mehr erschließen sich auch eingeschrieben Ziffern wie die Zwei im linken, mehrfach die Null im mittleren sowie die Sechs im rechten Bildviertel. Ob es sich dabei um eine Zeitangabe in Form einer Uhrzeit oder eines Datums handelt, bleibt offen. Die malerische Veranschaulichung von Zeit und Zeitabschnitten durch die Schichtung von Bildelementen, die dem Bildraum Tiefe verleihen, ist im hier gezeigten Werk beispielhaft für eines der wesentlichen Anliegen von Romuald Hengstler.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2022-125
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart, Schenkung aus dem Nachlass Romuald Hengstler
Lizenzhinweis
© Nachlass Romuald Hengstler / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart