In diesem frühem Werk zeigt Romuald Hengstler ein gleichmäßig und kleinteilig gestaltetes leicht hochrechteckiges Gebilde. Die Farbigkeit ist beschränkt auf bräunlich getöntes Weiß und unterschiedliche Grauwerte. Zum oberen Bildrand hin löst sich das Gebilde allmählich auf, nach unten hin scheinen sich die Striche zu verdichten. Durch die feinen Kontraste in den Farben wird zudem eine gewisse Reliefwirkung erzielt. Dunkeltonige Flecken werden dabei durch die helltonigen Stege in unterschiedlichsten Stärken und Formierungen voneinander abgegrenzt. Dadurch entsteht beim Betrachten der Eindruck von Bewegung und der Möglichkeit, dass sich das Gebilde von Moment zu Moment um- oder weiterentwickelt und noch weiter ausdehnt. Dieser Eindruck eines sich noch im Prozess befindlichen Zustands bringt den Faktor Zeit mit ins Spiel. In den folgenden Schaffensjahren wird sich Hengstler in seinen Arbeiten verstärkt diesem Aspekt widmen.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2022-094
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart, Schenkung aus dem Nachlass Romuald Hengstler
Lizenzhinweis
© Nachlass Romuald Hengstler / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart