Das Gemälde besteht aus zwei klar abgegrenzten Farbflächen. Sie erzeugen eine harmonische, meditative Stimmung. Die obere, in warmem Orange gehaltene Fläche definiert den Raum und strahlt sanfte Geborgenheit aus. Die untere, weißliche Zone bildet eine Art Grenze oder Tischplatte. Auf diese stützt sich eine Frau unbestimmten Alters mit ihren Armen. Ihr kurzes Haar ist in der gleichen Farbe wie der Hintergrund angelegt. So verschmilzt sie fast mit ihrer Umgebung. Ihr Kopf ist sanft geneigt, der Ausdruck ihres Gesichts nachdenklich, doch ohne Anspannung. Sie ruht ganz in sich, ist in Gedanken versunken.
In der Darstellung der Kleidung, ein langärmeliges, graublaues Gewand mit feinen vertikalen Nähten, unterstreicht Brodbeck die Zartheit der Komposition. Die Farbwahl vermittelt Kühle, aber auch Zurückhaltung. Dadurch wird die emotionale Tiefe der Figur betont. Die Komposition ist reduziert, doch verleiht gerade das Schlichte dem Bild Intimität. Die Ruhe der Protagonistin spiegelt sich in der sanften Farbgebung und der weichen Linienführung wider. Das ganze Bild ist in eine stille, kontemplative Atmosphäre getaucht. Hierin gelangt Brodbeck mit ihren großformatigen Porträts in den 1980er und 1990er Jahren zu großer Meisterschaft.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-2585
- Material / Technik: Öl auf Leinwand
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Gerda Brodbeck / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart