Ein kleiner Schnitt in einem übergroßen Daumennagel – das Spiel mit dem Kleinen im Großen bildet ein zentrales Motiv in Lambert Maria Wintersbergers Werkgruppe »Verletzungen«. Die Bilder werden mit Blick auf ihre Entstehungszeit politisch gedeutet. Wintersberger übersetzt die schwelenden Konflikte und – um den Titel aufzugreifen – »Verletzungen« der Nachkriegsgeneration in eine eigene bildliche Sprache. Dabei beleuchtet er die unter der Oberfläche des hochindustrialisierten Nachkriegsdeutschlands verborgenen Spannungen.
Stilistisch sind die Arbeiten von der Pop Art beeinflusst. Die Körperteile dieser Werkgruppe sind in steril wirkenden kühlen Farben isoliert und losgelöst von Individualität, Zeit und Raum dargestellt. Sie erhalten dadurch einen universellen Charakter. Nüchtern und doch eindringlich wirft Wintersberger so einen Blick auf das, was die Nachkriegsgeneration bewegt.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-1821
- Material / Technik: Acrylic on nettle
- Creditline:
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart