Dieses großformatige Bild des Einfamilienhauses von dem Architekten Hans Scharoun in der Weißenhofsiedlung zeigt nur einen vertikalen Ausschnitt des eigentlich größeren Hauses. Das untere quadratische Bilddrittel wird von einer Straße bestimmt. Die Haustreppe ist nur teilweise zu sehen, auch der Himmel wirkt wie ein eigenes flächiges Farbfeld. Nur durch die Winkel und Linien des Hauses wird Tiefe in der ansonsten zweidimensional wirkenden Fotografie geschaffen. Klein sind im Hintergrund umliegende Gebäude zu erkennen.
Bei der architektonischen Gestaltung des Musterhauses spielt Scharoun mit Ideen und Konzepten der modernen Architektur des Neuen Bauens. Günther Förg setzt jedoch nur bedingt das Typische dieses Baustils in Szene, vielmehr konzentriert er sich auf die bildhafte Wirkung der Fotografie selbst. Nur durch die richtige Wahl der Perspektive und mit der richtigen Technik kann ein derartiges Spiel mit Fläche und Form in einer Fotografie erzeugt werden.
Der Abzug dieses Fotos entsteht 1994 nach einem kleinen Arbeitsfoto aus der Serie »Block Weißenhof« von 1981. Darin erkundet Förg die Weißenhofsiedlung in ihrer Architektur und Einbettung in die Umgebung. Stets sucht er ungewöhnliche Perspektiven auf die weltbekannten Häuser des »Neuen Bauens« von 1927.
Werkdaten
- Inventarnummer: 1998-062
- Material / Technik: Color photography
- Creditline:
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Uwe H. Seyl, Stuttgart