Die Folgen der Umweltverschmutzung oder auch rege Bautätigkeiten in Stuttgart liefern Erik Sturm das Material für seine Kunst. Dabei gelingt es ihm, seine kritischen Botschaften in ästhetisch ansprechende Werke zu überführen. Das hier gezeigte Objekt erscheint zunächst wie eine gewöhnliche mit schwarzem Stoff ausgekleidete verschließbare Box aus Holz, in der sich eine weiße Farbtube befindet. Auf der Tube ist in schwarzer Handschrift der Tubeninhalt angegeben: »Staubfarbe Neckartorschwarz«. Darüber hinaus sind auch die Bestandteile, aus der sich die Farbe zusammensetzt, genau aufgelistet. Dadurch wirkt die Tube wie ein Industrieprodukt. Die Schrift selbst hat hingegen einen individuellen Schriftzug und verweist wie die Signatur auf die künstlerische Ebene.
Seine »Neckartorschwarz«-Farbe hat Sturm in einer Auflage von 30 Exemplaren herausgegeben. Sie ist Teil seiner Werkreihe von Reliefs, bei der er diese Farbe auf Folie ausgestrichen und trocknen lassen hat. Als Pigment dient ihm Feinstaub. In dem Werkkomplex thematisiert er die durch hohe Verkehrsdichte verursachte Umweltverschmutzung im Stuttgarter Stadtraum. Dafür sammelt er an Orten mit hoher Feinstaubbelastung, wie am Neckartor, Feinstaub und verarbeitet ihn unter Beimischung eines Bindemittels zu Farbe. Benannt nach dem Fundort des Pigments füllt er die Farbe in Tuben ab.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2016-018
- Material / Technik: Neckartor dust, K300 (methyl cellulose), water in tube
- Creditline:
Lizenzhinweis
© Erik Sturm / Foto: Kunstmuseum Stuttgart